Gleichzeitig Eltern und Partner sein
Natürlich dreht sich am Anfang alles um Ihr Baby. Da wächst ein kleiner Mensch heran, der sowohl Vater als auch Mutter mit einer unfassbaren Wucht von Gefühlen erfüllt. Mit all ihren Vor- und Nachteilen.
Das Baby ist da und es scheint alle Rechte an der Liebe seiner Eltern zunächst einmal exklusiv für sich gebucht zu haben. Das ist auch völlig in Ordnung so.Doch wenn die Anfangseuphorie abflacht und der Alltag allmählich wieder einkehrt, sollte die Liebe nicht mehr nur noch einseitig ans Kind “verteilt” werden. Dann ist es an der Zeit, sich wieder auf das zu besinnen, was man einmal war: ein Liebespaar.
Eine Mutter möchte nicht nur noch geliebt werden, weil sie sich so aufopferungsvoll um den Nachwuchs kümmert. Sie möchte auch nicht immer erst nach dem Kind begrüßt werden, wenn der Partner von der Arbeit kommt (typischer Anfängerfehler!). Das heißt aber nicht, dass sie täglich große Liebesschwüre erwartet – ein kurzes Durch-die-Haare-Streichen oder ein “Schön, dich zu sehen” kann da schon genügen. Eine Frau möchte sich nämlich auch nach der Geburt noch als Frau fühlen und nicht nur als Mutter.
Für ihren Partner gilt dasselbe. Ein Vater möchte nicht sofort ein schreiendes Baby auf den Arm gedrückt bekommen, wenn er nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommt. Er kann auf die Information, wie oft das Kleine heute gepupst hat, nicht liebevoll antworten: “Oh wie schön”, weil ihm die Worte seines Chefs noch im Ohr liegen oder die letzte Präsentation schiefgelaufen ist. Auch ein Vater möchte sich noch als Mann fühlen und freut sich über einen Begrüßungskuss oder ein kurzes “Na, wie war Dein Tag?”
Reden Sie offen über Ihre Bedürfnisse und suchen Sie trotz Kind noch die Nähe zu Ihrem Partner. Wobei: Was heißt hier “trotz Kind”? Gerade wegen Ihrem Kind! Das ist doch eigentlich der neue Sinn der Sache.
Überlegen Sie einmal: Nennen Sie Ihren Partner noch bei seinem (Kose-)Namen oder rufen Sie ihn schon “Papa” oder “Mama”?
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