Sie benötigen für diese Anzeige den aktuellen Flash Player. Laden Sie jetzt den aktuellen Flash Player herunter.
Komplikationen 22.02.2012

Frühchen im Spital

­Zarte, winzige, kleine Menschen: beim Thema Frühgeburt schießen einem viele Bilder in den Kopf. Was es jedoch heißt, eine Frühgeburt zu erleben und sich um ein Frühchen zu sorgen, das wissen nur die wenigsten.

Etwa neun Prozent aller Babys werden mit einem Gewicht geboren, das deutlich unter dem Durchschnitt liegt, also unter 2500 Gramm. Es sind entweder frühgeborene Kinder, also Kinder, die vor der vollendeten 37. Schwangerschafts­woche geboren werden, oder Kinder, die zwar lange genug im Bauch waren, aber aus anderen Gründen (z.B. wenn die Mutter in der Schwangerschaft geraucht hat) nicht das übliche Gewicht erreicht haben.

Häufige Auslöser für zu frü­he Geburten sind vorzeitige Wehen, eine Schwäche des Gebärmutterhalses (Zervixinsuffizienz), Lö­sung des Mutterkuchens, kindliche Fehlbildungen oder Mehrlingsschwangerschaften.

Frühgeborene können einer Reihe von Problemen ausgesetzt sein, weil sie für das eigenständige Leben noch nicht richtig gerüstet sind, wie z. B. für das ausreichende Atmen, das Trinken oder die Temperaturkontrolle. Stoffwechselstörungen (zu niedriger Blutzucker, Gelbsucht, Mangel an Mineralstoffen und Spurenelementen) sowie eine Anfälligkeit für Infektionen können zusätzliche Gefahren darstellen.

Deshalb müssen diese Kinder von speziell ausgebildetem Fachpersonal besonders gepflegt werden. Diese Pflege geschieht in einer für sie verträglichen Umgebung, dem sogenannten Brutkasten oder Inkubator, auf einer Neugeborenen-, Überwachungs- oder Intensivstation.

Bei einzelnen Frühgeborenen muss die Atmung apparativ und mit Sauerstoff unterstützt werden, was zusätzliche Kontrollen nötig macht. Doch selbst 600 Gramm leichte Kinder können heute dank der modernen Medizin den Weg ins Leben schaffen.

Als Eltern sollten Sie Ihr Kind von Anfang an mitbetreuen, streicheln, wickeln und füttern. Mit Hilfe der sogenannten Känguru-Methode können Sie Ihrem Kind auch Hautkontakt und damit Ihre Wärme ge­ben. Frühgeborene, die keine Atemhilfe mehr benötigen, selbst trinken und gut an Gewicht zunehmen, können schon bei einem Körpergewicht von 2000 Gramm nach Hause entlassen werden, sofern eine gute Versorgung gewährleistet ist.

Durch die Mitarbeit auf der Station sind Sie informiert und auf diesen Schritt meist gut vorbereitet. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind notwendig, um die Entwicklung und das Gedeihen dieser Kinder zu verfolgen und, falls es einmal nötig sein sollte, entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Wann ein untergewichtiges oder frühgeborenes Baby die körperlich-geistige Entwicklung im Vergleich zu einem Termingeborenen aufgeholt haben wird, kann nicht exakt angegeben werden. Häufig dauert es jedoch länger als ein Jahr. Bei einem schweren Verlauf kann sich dies auch bis ins Vorschul- oder Schulalter hinziehen.

Neben den Sorgen um ihr Kind haben Eltern oft auch Schuldgefühle und fragen sich immer wieder: Wie konnte es nur zur Frühgeburt kommen? Was haben wir falsch gemacht? In dieser Situation sind Gespräche mit dem Pflegepersonal oder mit Eltern, die gleiche Probleme haben, beruhigend und hilfreich. Mancherorts gibt es entsprechende Selbsthilfegruppen.

Lesen Sie die Geschichte von Nicola, deren zwei Kinder beide als Frühchen zur Welt kamen. Ein Erfahrungsbericht.

Tags: Fehlbildungen, Rauchen, Frühgeburt, Atmung, Selbsthilfegruppen, Brutkasten, Inkubator, Gelbsucht, Stoffwechsel, Sauerstoff, Infektion(en), Stoffwechselstörung, Vorzeitige Wehen, Schwäche des Gebärmutterhalses, Lösung des Mutterkuchens, Intensivstation, Mehrlingsschwangerschaft, Känguru-Methode, Hautkontakt, Sorgenkinder, Komplikationen

Ihre Bewertung:
1
2
3
4
5
0

Mehr zum Thema

Schwangere Frau bei Ultraschalluntersuchung
Komplikationen

Notfälle in der Schwangerschaft

Die Sorge um das ungeborene Kind kennt wohl jede Schwangere. Oft gibt es gar keinen Grund zur Sorge. Anders, wenn ein wirklicher Notfall eintritt. Dann ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren, um richtig reagieren zu können.

hierweiterlesen