Die Geburt
Die Entbindung ist ein bisschen wie ein Märchen. Sie kann spannend werden, aber am Ende folgt ziemlich sicher das Happy End. Zunächst aber beginnt mit Ihrer Schwangerschaft der lange Weg hin zur Entbindung.
Die Vorfreude wächst mit jeder Woche und nach und nach beginnen Sie mit den ersten Vorbereitungen. Sie überlegen, wo Sie Ihr Kind entbinden möchten und hören sich nach den besten Geburtsvorbereitungskursen um.Und schneller als Sie denken, ist er dann da, der Moment, in dem Sie die ersten Wehen verspüren oder andere deutliche Geburtszeichen, die Ihnen signalisieren, dass das Happy End nicht mehr weit entfernt ist. Endlich dürfen Sie die vorbereitete Kliniktasche mit allem Notwendigen für sich selbst und auch mit den ersten süßen Stramplern in die Hand nehmen und das Abenteuer Geburt beginnen. Das ist nicht nur für Sie spannend, sondern auch für Ihr Baby und für Ihren Partner.
Ob Ihr Kind schließlich natürlich oder mit medizinischer Hilfe zur Welt kommt, liegt nicht in Ihrer Hand. Jede Geburt ist individuell, jede Geburt verläuft anders. Bei der einen Schwangeren wird eine Geburtseinleitung notwendig, bei der anderen ein Kaiserschnitt und bei wieder anderen eine Unterstützung durch die PDA. Wichtig ist, dass Sie sich in dieser Phase ganz auf sich und Ihren Körper verlassen. Die Geburtsbegleiter werden Ihr Wohlbefinden und das Ihres Kindes während der gesamten Geburt immer wieder überprüfen, um Komplikationen auszuschließen. Dies geschieht in allen Phasen der Geburt, dem Aufmachen, dem Mitmachen und dem Loslassen. Jede Phase hat ihr eigenes Tempo, darum lässt sich die Geburtsdauer auch nur schwer voraussagen. Und schließlich ist Ihr Baby da, ein unvergesslicher Moment. Sie bestaunen seine kleine Nase, die winzige Mundpartie, die runden Äuglein: Unglaublich, dieser perfekte kleine Mensch ist tatsächlich IHR Baby!
Wenn es erst einmal nackt auf Ihrer Brust liegt, Sie ihm seinen Namen zum ersten Mal ins Ohr flüstern und es seine erste Untersuchung hinter sich hat, dann werden Ihre Gefühle Ihnen klarer sagen, als jeder Gedanke: Jetzt beginnt für Sie und Ihren Partner ein neuer Lebensabschnitt. Sie sind nun Eltern.
Egal, ob Sie nach einer ambulanten Geburt wieder nach Hause fahren, noch in der Klinik bleiben oder auch in einem Geburtshaus – in der Zeit des Wochenbetts werden Sie und Ihr Kind einander näher kennenlernen. Sie werden sich gemeinsam in das neue Erlebnis des Stillens hineinfinden und von den Hebammen werden Sie lernen, wie Sie das Baby pflegen. Vielleicht tauchen aber auch Ängste auf, verbunden mit dem berühmten Babyblues. Denken Sie schon darüber nach, wie Sie das neue Leben finanziell meistern werden? Haben Sie Sorge, ob Sie körperlich mit allem zurechtkommen? Vielleicht rumort in Ihnen sogar eine diffuse Angst vor dem Plötzlichen Kindstod. Manche Frauen haben auch einfach Angst davor, der Aufgabe als Mutter nicht gewachsen zu sein. Bleiben Sie gelassen, schon bald werden Sie zum Babyprofi, das kommt ganz von allein. Freuen Sie sich an Ihrem Kind und Sie werden auch spüren, wie es ihm geht und was es braucht – Ihr Bauchgefühl wird da der beste Ratgeber sein. So werden Sie schon bald verstehen, ob Ihr Baby nur aus Müdigkeit schreit oder weil es womöglich mit Beschwerden kämpft.
Obwohl Sie sich an vieles gewöhnen, so werden sicher irgendwann auch Tage kommen, an denen Sie erschöpft und ausgelaugt sind. Umso wichtiger ist es, dass Sie auch an sich selbst denken und zum Beispiel auf eine vollwertige Ernährung achten, um bei Kräften zu bleiben. Ein Rückbildungskurs wird Ihnen nicht nur helfen, sich insgesamt körperlich wieder fit zu fühlen, sondern auch mit Unannehmlichkeiten wie Rücken- oder Nackenschmerzen vom Tragen und Stillen fertigzuwerden. Zudem treffen Sie dort auch andere Frauen in derselben Situation, mit denen Sie sich über all das Neue austauschen können.
Was für ein Abenteuer wird es sein, wenn Sie das erste Mal wieder ausgehen, während ein lieber Babysitter auf Ihr Baby aufpasst. Oder allmählich Ihren früheren Sport wiederaufzunehmen oder nach einigen Monaten auch wieder einige Stunden arbeiten zu gehen. Egal, was Ihnen gefällt – tun Sie sich und Ihrem Körper regelmäßig etwas Gutes. Das wird letztlich auch Ihrem Kind zugute kommen. Denn je ausgeglichener die Mama, desto fröhlicher das Kind. Und glückliche Kinder sind etwas Wundervolles. Wie im Märchen eben.
Tags: Wehen, Entbindung, Bonding, Partnerschaft, Geburt mit Komplikationen, Klinikauswahl, Geburtshilfe, Geburtsphasen, Hilfsmittel, Vorfreude, Das Baby kommt



