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Kinderwunsch 02.02.2012

Mann und Frau in ihrer Wohnung

­Schon das Märchen berichtet von der Traurigkeit von Königin und König, die kein Kind bekamen. Das kennen auch viele heutige Paare, die ungewollt kinderlos sind. Aber während die Königin nur mal beim Baden mit dem Frosch sprechen musste, gibt es heute medizinische Möglichkeiten, dass selbst vermeintlich unfruchtbare Paare Kinder bekommen.

Kinder sind die logische Schlussfolgerung einer glücklichen Beziehung. Ist das so? Natürlich nicht. Paare können auch ohne Kinder glücklich sein, aber manche sind es eben nicht. Sie wünschen sich Nachwuchs und es klappt nicht. Das kann für betroffene Frauen und Männer zu einer ernsten Belastungsprobe werden. Der eine zweifelt an sich selbst oder an der Beziehung, der andere womöglich am gesamten Lebensentwurf. Das Kartenhäuschen des Zukunftsplans droht in sich zusammenzubrechen. Statistisch gesehen haben neun Prozent aller Paare einen unerfüllten Kinderwunsch. Die Hälfte davon sucht medizinische Hilfe. Pro Jahr holen sich zudem fünfzehn Prozent der betroffenen Paare medizinischen Rat zur Sterilität ein.

Für Kinderlose gibt es heutzutage verschiedenste Behandlungsformen und Methoden, die den Weg zum eigenen Kind ebnen bzw. unterstützen können. Zunächst einmal ist es wichtig, nicht hektisch oder gar panisch zu reagieren. Fassen Sie den Mut, im Freundeskreis über Ihre Probleme zu sprechen und sich auf allen Ebenen zu informieren. Schnell werden Sie feststellen, dass Sie kein Einzelfall sind.
Jedes sechste Paar sucht zumindest einmal einen Arzt wegen des unerfüllten Kinderwunsches auf (WHO 1997). Dieser kann die Fruchtbarkeit beider Partner untersuchen. Eine Unfruchtbarkeit wird dann diagnostiziert, wenn es nach zwei Jahren ungeschütztem Geschlechtsverkehr noch nicht zu einer Schwangerschaft gekommen ist. Dass sich keine Schwangerschaft einstellt, kann verschiedene Gründe haben.
Ist nach dieser Untersuchung die Entscheidung für eine Kinderwunschbehandlung gefallen, so stellt der Frauenarzt die notwendigen Weichen. Behandlungen wie z. B. die In-vitro-Fertilisation dürfen nur in spezialisierten Zentren durchgeführt werden. Dort werden Sie in Gesprächen alles über die Behandlungsmethoden, zu ihren möglichen Risiken und zu den rechtlichen Voraussetzungen und Kosten erfahren.
Wichtig ist, dass Sie realistisch anerkennen – Ihr Arzt sollte Sie hierin unterstützen –, dass unter Umständen mehrere Behandlungszyklen notwendig sind. Das vermindert den Druck, unbedingt sofort erfolgreich zu sein. Denn: Nicht alles hängt an einem Versuch. Die Wahrscheinlichkeit des Erfolges in einem Behandlungszyklus liegt selbst im erfolgreichsten Zentrum immer niedriger als die des Misserfolges. Wenn Sie das vorab wissen, können Sie mit mehr Geduld in die Behandlung starten. Und Geduld ist bekanntermaßen eine wichtige erfolgssteigernde Maßnahme im Rahmen der Kinderwunschbehandlung. Lesen Sie hierzu auch den Erfahrungsbericht von Nicole, die lange nicht schwanger wurde und am Ende doch Mama werden konnte.

Dieser Text basiert auf Informationen aus der Broschüre “Kinderwunsch”, die vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin ausgezeichnet wurde (u. a. wegen ihrer Verlässlichkeit), und wurde zusätzlich geprüft vom Hauptautor der Broschüre, Prof. Dr. med Rainer Wiedemann vom Medizinischen Versorgungszentrum in Stuttgart.

Tags: Kinderwunsch, Kinderwunsch

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