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Kinderwunsch 27.10.2010

Schwangere Frau im Bett

­Es gibt zwei verschiedene Methoden, die die Durchlässigkeit der Eileiter überprüfen können. Egal welche für Sie in Frage kommt, das Ergebnis wird ein weiterer Baustein im Mosaik der Untersuchungen, die alle ein Ziel haben: zu klären, warum Sie nicht schwanger werden.

Die Fruchtbarkeitsuntersuchung haben Sie nun schon hinter sich. Womöglich hat sie kein klares Ergebnis hervorgebracht, also wurde Ihnen die Untersuchung der Eileiterdurchlässigkeit nahegelegt. Bei dieser Untersuchung wird unterschieden zwischen “unbelasteten” und “vorbelasteten” Frauen (siehe Tabelle unten).
Bei “unbelasteten” Frauen kann die Eileiteruntersuchung durch Ultraschalltechniken (Hysterosalpingo-Kontrast-Ultrasonographie) durchgeführt werden. Zunächst wird eine Untersuchung auf Chlamydien stattfinden, weil diese häufig die Ursache von Eileiterentzündungen und von Tubenverschluss (verschlossene Eileiter) sind. Es gibt neben den “unbelasteten” Frauen aber auch immer wieder Frauen, bei denen die Eileiter durch krankhafte Befunde oder technische Fehler nicht zu sondieren sind oder so genannte “vorbelastete” Frauen (siehe Tabelle). Für sie wird der behandelnde Arzt eine Bauchspiegelung empfehlen. Wird ein Verschluss der Eileiter festgestellt, so wird Sie Ihr Arzt über die Möglichkeit einer Operation informieren.

Diagnostik “unbelasteter” FrauenDiagnostik “vorbelasteter” Frauen
PatientinnenFrauen die noch keine Eileiterschwangerschaft, keine Entzündung, keine Endometriose (gutartige Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter zu Zysten oder Verwachsungen führt) oder einen negativen Chlamydienbefund hattenFrauen mit vorausgegangener Eileiterschwangerschaft, mit Entzündungen, mit Endometriose (gutartige Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter zu Zysten oder Verwachsungen führt) oder mit positivem Chlamydienbefund
MethodeEileiteruntersuchung durch Ultraschalltechnik (Hysterosalpingo- Kontrast- Ultrasonographie),
alternativ eine Röntgenuntersuchung von Gebärmutter und Eileitern
Die Bauchspiegelung. Zuverlässigste Methode, um Eileiter zu beurteilen. Sie erlaubt eine Aussage über die Beschaffenheit von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken. Verwachsungen neben den Eileitern, die bei der Röntgenuntersuchung nicht sicher zu diagnostizieren sind, lassen sich hierbei feststellen. Vorteil: Kleinere Auffälligkeiten können direkt operiert werden.
VerfahrenUntersuchung erfolgt meist ambulant. Es wird ein Besteck am Gebärmutterhals befestigt, über eine Spritze wird ein wasserlösliches Kontrastmittel in die Gebärmutter eingebracht. Das Kontrastmittel erreicht über die Eileiter den freien Bauchraum. Ihr Arzt erhält so Aufschluss über Störungen im Gebärmutterinnenraum. Auch ein Eileiterverschluss lässt sich mit über 90%iger Sicherheit diagnostizieren.Untersuchung erfolgt meist in Narkose. Über einen ca. 1 cm langen Schnitt am Nabel wird eine Kanüle in den Bauchraum eingeführt. Für bessere Beurteilungsmöglichkeit werden zwei bis drei Liter Gas (CO2) eingebracht. Durch Einführung einer Optik ist es möglich, den Ober-, Mittel- und Unterbauch genau einzusehen. Über einen zweiten kleinen Schnitt im Bereich der Schamhaargrenze können zusätzliche Geräte eingeführt werden. Verwachsungen können mit kleinen Sonden und Scheren gelöst werden. Um die Durchgängigkeit der Eileiter zu überprüfen, wird eine farbstoffhaltige Flüssigkeit in die Gebärmutter und die Eileiter gespritzt.
RisikenMögliche Schmerzhaftigkeit, fehlerhafte Befunde, Strahlenbelastung bei HSG (Röntgenuntersuchung)Möglich: Schmerz am Rippenbogen und in der Schulter wegen Nervenreizung durch das eingeführte Gas. Vergeht in der Regel nach zwei Tagen. Selten: Verletzungen von Blutgefäßen oder des Darmes. Diese erfordern dann aber zur Korrektur einen Bauchschnitt.

Info: Frauen mit verschlossenen Eileitern an dem Ende, das zum Eierstock zeigt, mit Flüssigkeitsansammlung (Hydrosalpinx), sollte vor der In-vitro-Fertilisation die Eileiterentfernung durch Laparoskopie angeboten werden, da dadurch die Chance auf ein Kind steigt.
Dieser Text basiert auf Informationen aus der Broschüre “Kinderwunsch”, die vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin ausgezeichnet wurde (u.a. wegen ihrer Verlässlichkeit) und wurde zusätzlich geprüft vom Hauptautor der Broschüre, Prof. Dr. med Rainer Wiedemann vom Medizinischen Versorgungszentrum in Stuttgart.

Tags: Untersuchungen, Kinderwunsch, Kinderwunsch

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