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Erfahrungsbericht 01.01.2011

Büroalltag

­Sabine (33) und Markus (36) verliebten sich, als beide erfolgreich im Job waren. Doch als auf den ersten Sohn Jakob auch noch ein zweiter, Theo, folgte, bekam Sabine Schwierigkeiten in ihrer Firma. Sie musste sich entscheiden - und machte sich selbständig.

“Meine Arbeit war mir wichtig, bevor ich schwanger wurde. Das ist sie mir auch heute noch, obwohl ich mittlerweile zweifache Mutter bin. Aber mein Chef nahm leider keine Rücksicht auf meine familiäre Situation, in meinem Unternehmen war kein Platz für individuelle Lösungen. Ich war Angestellte in einer Agentur, die das Grafikdesign für verschiedene Unternehmen gestaltete. Es herrschten die üblichen Agentur-Strukturen – also 50 bis 60-Stunden-Wochen plus Dienstreisen. Dazu die Erwartungshaltung, dass ich 24 Stunden am Tag bereit bin, für die Agentur da zu sein.
Offiziell gibt es zwar Teilzeit- und Homeoffice-Lösungen, real nützt das aber nichts, wenn irgendwo `die Hütte brennt`. Dann wird voller Einsatz gefordert – egal wie. Wer Teilzeit arbeitet, kriegt in der Regel auch keine Projektleitung mehr, sondern macht nur noch Zuarbeiten.
Man darf also Kinder haben, aber merken soll man sie nicht. Krank werden dürfen sie schon gar nicht.
Dann wurde mir irgendwann mangelnder Einsatz vorgeworfen. `Sie sind zu sehr Mutti geworden`, wurde mir nach Jakobs Geburt gesagt. Als ich mit Theo schwanger war, sagte man mir, dass man natürlich nicht erfreut sei. Das war dann genug, das wollte ich mir nicht bieten lassen. Seitdem bin ich Freiberuflerin und das klappt wunderbar – auch mit Mann und zwei Kindern. Mein Ansporn: Wenn dieses Unternehmen schon nicht individuell planen kann, dann muss ich das wenigstens tun.”

Tags: Arbeitgeber, Job, Erfahrungsbericht

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