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Erfahrungsbericht 20.01.2012

Mutter mit Baby

­Silke (34) liebt ihr Kind und ihren Job. Ihr Mann Jochen (38) verdient eigentlich genug, dass sie zwei Jahre pausieren könnte. Sie geht trotzdem nach dem ersten Geburtstag von Timo wieder arbeiten. Ob das die richtige Entscheidung ist? Silke ist hin- und hergerissen und wüsste zu gern, was das Beste für Timo und für sie selbst ist.

“Mein Kind ist erst sechs Monate alt. Ich habe mir jetzt die ersten Krippen angeschaut, denn ich werde nach seinem ersten Geburtstag wieder arbeiten gehen. Ich freue mich wirklich sehr, meine Kollegen wieder um mich herum zu haben. Ich freue mich auf meinen Schreibtisch, einfach auf geregelte Abläufe, die ich zu Hause zur Zeit nicht mehr habe, dadurch, dass Timo ein sehr aufgewecktes Kind ist. Er ist sehr neugierig, schläft wenig und versucht, seine Wünsche mit Schreien durchzusetzen. Ich freue mich also auf meinen Job, habe aber gleichzeitig ein sehr mulmiges Gefühl. Ein richtig schlechtes Gewissen:
Ist es zu egoistisch, dass ich wieder arbeiten will? Mein Mann verdient so gut, dass ich auch ein weiteres Jahr zu Hause bleiben könnte, aber ich habe das Gefühl, dass mir die Arbeit gut tun wird. Trotzdem: Mein Kind wird erst ein Jahr alt sein, wenn es von Fremden bereut wird. Andere Menschen werden Timo sicherlich gut tun, rede ich mir dann ein. Dauernd schwappen meine Gedanken hin und her. Es wird ihm gut tun, mit anderen Kindern zusammen zu sein. Er wird mich vermissen. Ich werde ihn vermissen. Ich erinnere mich an den Kinoabend vor nicht allzu langer Zeit.
Mein Mann und ich haben uns einen Film angeschaut, auf den ich mich schon lange gefreut hatte. Und prompt als ich auf dem roten Samtsessel saß, Popcorn rechts, Ehemann links von mir, da kam dieses Bauchgefühl. Ich will nach Hause, flüsterte es. Dauernd starrte ich aufs Handy, ob sich der Babysitter wohl meldete, und zu Hause musste ich meinen selig schlafenden Sohn erst einmal drücken und küssen, bis er fast aufwachte. Wird mir das im Büro auch so gehen? Was passiert da mit uns Müttern?
Verpasst man nicht die schönsten Zeiten, wenn man die Kleinen zu früh abgibt? Oder merkt das Kind, dass die Mama selbst wieder eine Erfüllung im Job findet und dadurch am Nachmittag entspannter und intensiver mit ihm spielt? Ich bin in einer Zwickmühle. Ich habe das Gefühl, so viel falsch machen zu können. Und ich weiß einfach noch nicht, wie ich herausfinden soll, was das Richtige sein wird.”

Tags: Bauchgefühl, Job, Baby, Erfahrungsbericht, Erfahrungsbericht

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