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Umstrittene Themen 14.03.2012

Lachendes Baby

­Soll mein Kind mit einem Schnuller aufwachsen oder erspare ich ihm (und mir) die Saugersucht? Die Schnullerfrage ist ein hoch sensibles und viel diskutiertes Thema unter jungen Eltern. Die Wissenschaft hat sich die Frage nach Pro und Kontra längst beantwortet.

Geben oder nicht geben – an der Schnullerfrage scheiden sich die Geister. Manche Kinder beantworten die Frage ganz von selbst – und wollen gar keinen “Gummi-Stopferl”. Andere hingegen sind geradezu süchtig nach den bunten Beruhigungssaugern.

Bevor Sie Ihrem Kind zur Beruhigung den Schnulli geben, sollten Sie als Eltern überlegen, ob all seine Bedürfnisse gestillt sind. Müdigkeit, Hunger, Durst, Angst oder einfache Liebesbedürftigkeit sollten nicht durch einen Schnuller unterdrückt werden. Dieser sollte lediglich eine zusätzliche Hilfestellung sein, damit es Ihrem Kind leichter fällt, zur Ruhe zu kommen.

Einen Schnuller sollten Sie aber erst einführen, wenn sich zwischen Ihnen und Ihrem Kind eine gewisse Stillroutine eingestellt hat, damit es nicht zu so genannten Saugirritationen kommt. Die Sorge, dass sich die Stilldauer durch Schnullergebrauch verkürzt, konnte von Wissenschaftlern jedenfalls nicht nachgewiesen werden. Und für Kinder, die die Flasche bekommen, stellt sich die Frage nach Saugirritationen erst gar nicht, sie sind es gewohnt, an Gummi oder Silikon zu saugen.

Der Suchtfaktor

Saugen – das ist es, was Kinder zu Schnuller-Liebhabern macht, denn der Saugreflex ist im Babyalter noch sehr stark ausgeprägt. So kann der Schnuller auch eine wirksame Einschlafhilfe sein, die vom Kind selbst steuerbar ist und somit eine ganz eigene Form der Unabhängigkeit darstellt. Kinder wachen im ersten Lebensjahr schließlich häufig mitten in der Nacht für sehr kurze Zeit auf. Für ein schnelles Wiedereinschlafen kann dann der Schnuller helfen.

Tipps für die Nacht

Solange sich Ihr Kind den Sauger nicht allein in den Mund stecken kann, empfiehlt es sich für Sie als Eltern einen Ersatzschnuller in Griffnähe zu haben. Mittlerweile führen viele Drogeriemärkte auch fluoreszierende Schnuller, die in der Nacht leuchten und so besser wieder auffindbar sind. Denn nichts ist lästiger, als sich mitten in der Nacht auf die Suche nach verschollenen Schnullern zu machen.

Zahnbelastung Schnuller?

Wie auch in vielen anderen Bereichen gilt aber auch hier: Über ein gewisses Maß sollte der Schnullereinsatz nicht hinausgehen, um die Zahnentwicklung Ihres Kindes nicht negativ zu beeinflussen. Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen zu langem Schnullergebrauch und einem Überbiss (oder anderen Zahnverschiebungen) gibt. Experten raten darum, die Nuckeldauer auf 12 bis 18 Monate zu begrenzen. Vor allem sollte kein Schnuller nach dem Durchbruch von den zweiten Zähnen benutzt werden.

Schnuller oder Daumen?

Der Schnuller ist dem Daumen vorzuziehen wegen der besseren Kontrolle des Saugverhaltens. Bei Kindern mit chronischer oder immer wiederkehrender Mittelohrentzündung sollte allerdings zurückhaltend mit Schullern umgegangen werden. Er kann ein zusätzlicher Risikofaktor für die Ventilationsstörung des Ohres sein.

Schnuller gegen Kindstod

Wissenschaftler aus den USA vermuten, dass das Risiko des Plötzlichen Kindstods durch die Schnullerbenutzung reduziert werden kann. Die amerikanische “Gesellschaft der Kinderheilkunde” spricht aufgrund dessen sogar eine generelle Empfehlung aus, Schnuller spätestens ab dem zweiten Monat bis zum Ende des ersten Lebensjahres zu benutzen.

p(tip). Nehmen Sie den Schnuller Ihres Kindes niemals zur “Reinigung” in den Mund! Es besteht das Risiko der Karies- und Virenübertragung.

Tags: Schlafen, Stillen, Schnuller, Plötzlicher Kindstod, Baby, Kleinkind, Umstrittene Themen

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