Einsam trotz Kind und Partner
Besonders Menschen, die eine Berufstätigkeit unterbrochen oder aufgegeben haben, als das Kind kam, fühlen sich in ihrem neuen Alltag mit Baby oft zunehmend einsam. Das muss aber nicht so bleiben.
Sie sind den Umgang mit Kollegen gewöhnt, Sie kennen das befriedigende Gefühl, am Abend etwas geschafft zu haben, dazu das eine oder andere Lob vom Chef …Jetzt ist Ihr Kind da und plötzlich sagt Ihnen niemand mehr Danke, obwohl Sie so viele “Überstunden” am Babybett verbringen – an Feierabend ist nicht zu denken. Zeit für Telefonate mit den Freundinnen haben Sie auch nicht mehr. “Wie ungerecht”, denken Sie. Keine Mittagspause, kein Wochenende, kein Abfeiern der Überstunden – und das jeden Tag aufs Neue.
Lassen Sie diese Ungerechtigkeitsgefühle sich nicht anstauen, es kann daraus ein Strudel des Frusts entstehen. Nehmen Sie Hilfe an, um Auszeiten zu bekommen, und werden Sie aktiv. Denn nur wenn Sie mit Ihrer Situation zufrieden sind, können Sie auch in der Partnerschaft zufrieden sein.
Wenn die Nachbarin einmal kurz aufpasst, fangen Sie bloß nicht an, die Wohnung zu putzen. Gönnen Sie sich Auszeiten - eine Massage oder ein Treffen mit einer guten Freundin. Erlebnisse außerhalb der Welt des Kindes, und wenn es nur zehn Minuten am Tag sind, bringen Sie auf andere Gedanken und lassen Sie wieder teilhaben an der Welt, in der Sie vor der Geburt Ihres Kindes lebten.
Andererseits gibt es auch in der neuen Welt viel zu entdecken, und es gibt dort viele Möglichkeiten, Spaß mit anderen und auch Bestätigung zu erleben. Melden Sie sich in Kindergruppen an, um andere Eltern kennenzulernen und sich auszutauschen – und vielleicht auch um zu sehen, dass es eigentlich allen ähnlich geht in dieser Situation.
Wenn Sie glücklich sind, dann ist auch Ihr Kind zufriedener und Sie können Ihren Partner am Abend gut gelaunt empfangen, statt ihm zu neiden, dass er einen Tag ohne Kindergeschrei und mit Mittagspause (!) verbringen durfte. So haben nicht nur Sie selbst mehr vom Tag, sondern auch Ihr Partner, der es sicher genießt, Sie strahlen zu sehen.
Übrigens brauchen natürlich beide Partner ab und zu Auszeiten. Egal, wer welchen Part übernimmt: Das Hin und Her zwischen Job und Familie ist nicht weniger anstrengend als der Alltag mit Baby und Waschmaschine.
Haben Sie schon darüber nachgedacht, ob das Zuhause Ihr Hauptarbeitsplatz bleiben soll oder ob Sie bald oder später (wieder) berufstätig sein wollen? Informationen zum Wiedereinstieg in den Job finden Sie hier. Lesen Sie doch auch einmal den Erfahrungsbericht von Marion, über ihre Erfahrungen als Jobrückkehrerin nach der Geburt.
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