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Unfälle | Kleinkind 16.08.2010

Schreiender Säugling auf Bauch liegend

­Neunzig Prozent aller Vergiftungs­un­fälle betreffen Klein­kinder im Alter von einem bis fünf Jahren. Sie erfolgen beinahe immer aus Neugier und weil Kleinkinder meist alles in den Mund nehmen.

Unter Vergiftung wird allgemein jede Aufnahme eines Stoffes verstanden, der nicht als Nahrungsmittel dient. Etwa die Hälfte der Vergiftungsunfälle sind auf Medikamente (die nicht für Kinder be­stimmt sind) zurückzuführen und dreißig Prozent auf Haushaltschemikalien wie Putzmittel etc.

Aber auch Gegenstände wie Pflan­zen, Kosmetika, Zigaretten und vie­les andere wecken das Interesse der Kinder. Bei älteren Kindern steht nicht mehr die Neugier, sondern das Nachahmen der Erwachsenen im Vordergrund. Diese zeigen den Kindern täglich, wie man Tabletten schluckt, Alkohol trinkt oder raucht.

Bewahren Sie Putzmittel und Medikamente niemals an einem Ort auf, zu dem Kinder Zugang haben!

Symptome

Allgemeine Vergiftungserscheinungen äußern sich in Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel, Er­regungszuständen, Verwirrtheitszustän­den, Beschleunigung oder Verlangsa­mung des Pulses, Blässe, Rötung, Hitzegefühl, Bewusstseins­trübung bis Bewusstlosigkeit, Schock und Atemnot bis Atemstillstand.

Fragen Sie bei Ihrem Kinderarzt nach dem nächsten Giftnotruf und kleben Sie sich die Nummer für den Notfall auf Ihr Telefon!

Erste Maßnahmen

Bewahren Sie Ruhe! Handeln Sie überlegt und nicht übereilt. Rufen Sie das Berliner Giftnotrufzentrum unter 030-19240 oder die Gift-Informationszentrale NRW unter 0228-19240 an. Dort wird man Ihnen Fragen bezüglich des Vergiftungsereignisses stellen, auf die Sie vorbereitet sein sollten. Halten Sie möglichst die Flasche mit dem Etikett und den entsprechenden Beipackzettel bereit.

Notruf
Berliner Giftnotrufzentrum: 030-19240
Gift-Informationszentrale NRW: 0228-19240
Checkliste vor dem Anruf beim Giftnotruf
* Wer? – Alter, Geschlecht und Gewicht des Kindes.
* Was? – Alles, was Sie über das eingenommene Mittel und die Einnahme wissen.
* Wie viel? – Versuchen Sie die eingenommene Menge abzu­schätzen.
* Wann? – Berechnen oder schätzen Sie die Zeit seit der Einnahme.
* Was noch? – Beschwerden des Kindes, erste Zeichen, erste Maßnahmen.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme kann Folgendes getan werden:
Wenn das Kind wach ist und ein Gift verschluckt hat, soll in der Regel viel Wasser (keine Milch!) zu trinken gegeben werden. Ausnahme: Bei schäumenden Produkten, wie zum Beispiel Seifen und Waschmittel, nur einen Schluck verabreichen! Bitte geben Sie kein Wasser bei schäumenden Reinigungsmitteln (kann die Atmung behindern!).

Nach Absprache mit dem Arzt oder dem Giftnotruf sollen je nach eingenommenem Produkt auch spezifische Maßnahmen ergriffen werden, wie das Verabreichen von Aktivkohle oder von schaumhemmenden Medikamenten. Das Auslösen von Erbrechen wird nicht mehr empfohlen und kann sogar gefährlich sein!

Nach Einatmen giftiger Substanzen soll das Kind sogleich an die frische Luft gebracht werden. Der Retter soll sich dabei aber nicht selbst in Gefahr bringen, dies gilt z. B. bei einem Silo oder in geschlossenen, schlecht belüfteten, kleinen Räumen wie etwa Garagen.

Tags: Unfälle, Übelkeit, Alkohol, Medikamente, Erbrechen, Atemnot, Bewusstlosigkeit, Durchfall, Giftnotruf, Unfälle, Kleinkind

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