Zum Umgang mit pränatalen Auffälligkeiten
Mit den heutigen diagnostischen Mitteln kann man viel über die Entwicklung und die Gesundheit der Ungeborenen herausfinden. Aber wie sicher ist dieses Wissen und was heißt es, damit umzugehen?
Alle Eltern tragen ein sogenanntes Basisrisiko von sechs bis sieben Prozent für die Geburt eines Kindes mit mehr oder weniger schweren Fehlbildungen oder Erkrankungen. Hierzu werden auch leichte Auffälligkeiten wie z. B. die gut behandelbare Hüftgelenkdysplasie (Mangelentwicklung der Hüftknochen) oder nicht operationsbedürftige Herzfehler gezählt. Die Wahrscheinlichkeit einer schweren Fehlbildung oder Erkrankung liegt in der Größenordnung von einem Prozent.Über die routinemäßigen Ultraschalluntersuchungen hinaus werden Ihnen eventuell weitere Möglichkeiten der differenzierteren Bildgebung oder auch der sogenannten invasiven (auf der Entnahme von Proben basierenden) Diagnostik vorgeschlagen.
Als Ergebnis der pränatalen Diagnostik werden Ihnen Wahrscheinlichkeiten dafür angegeben, dass bei Ihrem ungeborenen Kind eine Fehlbildung oder Erkrankung vorliegt. Bevor Sie sich für eine dieser Untersuchungen entscheiden, sollten Sie sich Gedanken darüber machen, wie Sie mit einem schwierigen Ergebnis umgehen würden. Hier ist es wichtig, nicht nur in der Partnerschaft offen und vertrauensvoll sprechen zu können, sondern auch mit Ihrem Arzt oder mit anderen Menschen, die Ihnen hilfreiche Gesprächspartner sind.
Die Frage, die im Raum steht, wäre letztlich, ob man die Liebe, die Zuversicht, den Mut, den Optimismus, die Kraft, das Selbstvertrauen oder auch das Gottvertrauen hat, dieses Kind auszutragen, das mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Behinderung zur Welt kommt, oder ob man daran denkt, die Schwangerschaft zu beenden. Zu bedenken ist aber auch, dass die Diagnose unzutreffende Ergebnisse liefern kann.
Letztlich kann Ihnen die Entscheidung niemand abnehmen. Aber es gibt Möglichkeiten, sich informieren und beraten zu lassen.
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