Hautreaktionen/Juckreiz in der Schwangerschaft
Es ist ganz normal, dass sich die Haut während der Schwangerschaft verändert. Durch die Hormonveränderungen können Hautunreinheiten und Pickel auftreten. Die erhöhte Produktion von Melanin verstärkt die Hautpigmentierung.
Dadurch wird die Haut an den Brustwarzen und um sie herum dunkler, das geschieht auch im Genital- und Analbereich. Vorhandene Muttermale werden dunkler und auch die Linie zwischen Bauchnabel und Schambehaarung färbt sich mit der Zeit. Im Gesicht können “Mutterflecken” auftreten. Direkte Sonnenbestrahlung kann diesen Effekt verstärken.Viele Schwangere leiden unter mehr oder minder starkem Hautjucken, besonders in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Auch dies ist hormonell bedingt. Am Bauch kann die Überdehnung der Haut zu Juckreiz führen. Ebenso reizt die erhöhte Schweißbildung in Hautfalten, zum Beispiel unter den Brüsten, die Haut.
Bei sehr starkem Juckreiz mit Ausschlag, wenn Hautjucken plötzlich und heftig auftritt, wenn zusätzlich Gelbfärbung der Haut oder Übelkeit auftritt, sollten Sie dies auf jeden Fall ärztlich abklären lassen.
Wenn etwas psychisch “juckt” oder “unter den Nägeln brennt”, hilft Ihnen möglicherweise das Gespräch mit einer Hebamme, denn sie hat viel Erfahrung mit all den Umbrüchen, die mit der Schwangerschaft verbunden sind.
Maßnahmen
Ernährung
- Häufig reicht es aus, sehr viel zu trinken.
- Achten Sie auf fettarme, leicht verdauliche Ernährung und Bitterstoffe (Löwenzahn, Artischocken usw.).
- Auf Alkohol sowie Reizstoffe wie Kaffee und Schwarztee sollten Sie völlig verzichten, da sie die Beschwerden verstärken.
Hausmittel
- Häufig helfen kühle Umschläge, Waschungen oder lauwarme Bäder mit Apfelessig, Meersalz, Kieselerde, Kleie- oder Molkebad.
- Wohltuend ist auch ein Vollbad mit Sandelholz und Perubalsam (je drei Tropfen, dazu etwas Sahne).
- Reiben Sie die Haut mit Apfelessig oder mit abgekühltem Tee aus Stiefmütterchenkraut ein.
- Betupfen Sie juckende Stellen mit kaltem Schwarztee oder Zitronensaft.
- Manchmal hilft eine sehr fettreiche Creme, z. B. Kakaobutter.
Vorbeugung
- Verwenden Sie statt Seife pH-neutrale und parfümfreie Waschlotionen.
- Tragen Sie leichte, lockere, bequeme und atmungsaktive Kleidung.
- Bei der Wäsche sollten Sie unparfümiertes Waschpulver verwenden und auf Weichspüler verzichten.
Für die tägliche Pflege empfehlen sich feuchtigkeitsspendende und beruhigende Pflegelotionen. Ist die Haut durch eventuelles Kratzen gerötet oder leicht aufgequollen, kann ein beruhigender Puder Abhilfe schaffen. Toll sind auch Ganzkörpermassagen mit einem Waschhandschuh aus Frottee oder einer weichen Massagebürste von unten nach oben (wirkt auch belebend bei niedrigem Blutdruck). Im Sommer sollten Sie unbedingt Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden. Wärme und häufiges und langes Duschen und Baden können den Juckreiz verschlimmern.
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