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Pränatale Diagnostik 06.08.2010

Arzt

­Die Entscheidung für oder gegen eine Fruchtwasserpunktion dauert wohl bei den meisten Eltern länger als die Untersuchung selbst. Die folgenden Informationen sollen Ihnen bei der Entscheidungsfindung helfen.

Aus dem Fruchtwasser werden kindliche Zellen gewonnen, deren Erbträger anschließend analysiert werden. Zahlreiche Chromosomenstörungen können auf diese Weise mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden. Die Fruchtwasserpunktion (Fachbegriff: Amniozentese) wird erst durchgeführt, wenn vierzehn Schwangerschaftswochen abgeschlossen sind. Vor dieser Zeit sollten Punktionen wegen der dann häufigeren Komplikationen nicht vorgenommen werden.

Das Verfahren

Unter ständiger Ultraschallkontrolle wird eine sehr dünne Hohlnadel (Außendurchmesser etwa 0,7 mm) so in die Fruchthöhle eingeführt, dass eine Verletzung des Ungeborenen auszuschließen ist. Es werden 10 bis 15 ml Fruchtwasser entnommen. Dies ist weniger als ein Zehntel der gesamten Fruchtwassermenge. Der Verlust wird in der Fruchthöhle schnell wieder ausgeglichen. Die Punktion selbst dauert nur ein bis zwei Minuten und verursacht bei den meisten Frauen ein leichtes Ziehen im Bauch. Unmittelbar nach der Punktion verschließt sich der winzige Stichkanal wieder, da das Gewebe sehr elastisch ist.

Aus den kindlichen Zellen im Fruchtwasser werden Kulturen angelegt, die einige Zeit für Wachstum und Vermehrung benötigen. Das Ergebnis der Fruchtwasseruntersuchung liegt etwa zehn Tage nach der Punktion vor. Um noch am gleichen Tag ein erstes Ergebnis zu bekommen, kann zusätzlich ein Schnelltest durchgeführt werden. Hierfür werden lediglich ein paar Tropfen Fruchtwasser benötigt.

Um Spaltbildungen des Rückens (Spina bifida) mit hoher Sicherheit auszuschließen, werden obligatorisch ein Eiweißstoff (Alphafetoprotein, AFP) und ein Enzym (Acetylcholinesterase, AChE) im Fruchtwasser bestimmt.

“Ich habe bei all meinen drei Kindern eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen lassen. Natürlich war es beim ersten Mal komisch, aber auch daran kann man sich gewöhnen. Während der Untersuchung verspürte ich einen leichten Druck im Bauch, aber das war es auch schon. Die Untersuchung dauerte auch nie besonders lang. Da ich schon etwas älter war, hat mich das gute Ergebnis jeweils ruhiger durch die weitere Schwangerschaft gehen lassen.”
Anke (42)

Risiken

Die Amniozentese birgt wie jede Punktion das Risiko, eine Fehlgeburt auszulösen. Bei drei bis fünf von 1000 Eingriffen kommt es zu einer Fehlgeburt. In seltenen Fällen kommt es zum Verlust von Fruchtwasser durch die Scheide. Dieser Defekt der Fruchtblase schließt sich jedoch in der Regel wieder und die weitere Schwangerschaft verläuft ohne Probleme. Noch seltener kann eine Infektion oder Blutung eintreten.

Tags: Spina bifida, Sicherheit, Fehlgeburt, Mutterkuchen, Fruchtwasseruntersuchung, Chromosomenstörungen, Eiweiß, Amniozentese, Fruchtwasserpunktion, Alphafetoprotein (AFP), Ultraschalluntersuchung(en), Pränatale Diagnostik

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