Der Organultraschall
Der Organultraschall ist bei Eltern so beliebt, weil sie ihr Ungeborenes so gut dargestellt bekommen. Eigentlich hat er aber wichtige medizinische Zwecke.
Die Ultraschalluntersuchung ist eine nebenwirkungsfreie Methode zur bildlichen Darstellung des Ungeborenen. Zwischen der 20. und der 21. Schwangerschaftswoche kann ein eingehender Organultraschall durchgeführt werden.Dieser ist wesentlich umfangreicher als der gemäß den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehene Ultraschall in diesem Zeitraum. Neben speziellen Geräten erfordert er auch sehr viel Erfahrung auf Seiten des Untersuchenden.
Die spezielle Organsonografie wird von Ihrem Frauenarzt nur bei bestimmten Indikationen veranlasst. So zum Beispiel:
- bei Paaren, die bereits ein krankes oder mit Handicap geborenes Kind haben;
- bei Erbkrankheiten der Eltern oder bei Erkrankungen der Mutter, die sich negativ auf die Entwicklung eines Kindes auswirken können (z. B. Diabetes mellitus);
- wenn die Mutter in der Frühschwangerschaft Medikamente einnehmen musste oder sich einer intensiven Röntgenuntersuchung oder einer Strahlenbehandlung unterziehen musste;
- bei familiärer Belastung mit möglicherweise vererbten Erkrankungen;
- bei Problemen während einer früheren Schwangerschaft;
- bei jeglicher Auffälligkeit in den regulären Screeninguntersuchungen beim Frauenarzt.
Bei bestehender Indikation und entsprechender Überweisung Ihres Frauenarztes werden die Kosten der Untersuchungen von den Krankenkassen übernommen.
Diagnostische Grenzen
Ultraschalluntersuchungen und Untersuchungen des mütterlichen Blutes erlauben immer nur eine Abschätzung des Risikos, aber keinen definitiven Ausschluss von Chromosomenstörungen.
Was kann im Ultraschall beurteilt werden?
Bei guten Untersuchungsbedingungen, wobei die Lage des Kindes und die Stärke der mütterlichen Bauchdecke eine entscheidende Rolle spielen, dauert eine umfassende Ultraschalluntersuchung etwa dreißig bis vierzig Minuten. Dabei werden alle darstellbaren Organe und Merkmale des Ungeborenen betrachtet:
- das altersentsprechende Wachstum des Kindes;
- die Fruchtwassermenge;
- das Aussehen und die Funktion aller sichtbaren Organe inklusive des Herzens (Echokardiografie);
- der Blutfluss in der Nabelschnur;
- die Lage und das Aussehen der Plazenta;
- das Durchblutungsverhalten in den Gebärmuttergefäßen (zur Beurteilung der Mutterkuchenfunktion und -reifung).
Immer mehr werdende Eltern interessieren sich auch für die Möglichkeiten des 3D/4D-Ultraschalls. Dabei steht für sie sicher das faszinierende Bild im Vordergrund. Mediziner sehen in diesem modernen Verfahren jedoch in erster Linie eine Ergänzung bei speziellen Fragestellungen. Aus diesem Grund wird die 3D/4D-Darstellung besonders dann eingesetzt, wenn dadurch zusätzliche diagnostische Hinweise erwartet werden können und die Untersuchungsbedingungen diese zulassen.
Wie die anderen Methoden kann jedoch eine Ultraschalluntersuchung niemals alle körperlichen oder chromosomalen Fehler und bei Weitem nicht alle Krankheiten eines Menschen aufzeigen.
“Ich war begeistert vom 3D-Ultraschall, weil ich mein Kind endlich mal genau bestaunen konnte. Es hatte mein Stupsnäschen und Papas hohe Stirn. Das war toll und wir konnten die Untersuchung sogar auf DVD aufnehmen, so dass wir alle Bewegungen zu Hause noch mal anschauen konnten.”
Christiane (32)
Was bedeutet die Untersuchung für mich?
In erster Linie dient diese umfassende Untersuchung dazu, bei Auffälligkeiten in der Vorsorge eine exakte Diagnose zu stellen und Risikoschwangerschaften zu begleiten.
Wird eine Erkrankung oder Fehlbildung Ihres Kindes festgestellt, so können rechtzeitig Konsequenzen für den weiteren Schwangerschaftsverlauf (z. B. weitere Diagnostiken oder Therapiemöglichkeiten) oder für die Geburt (z. B. Einbindung weiterer Spezialisten, Auswahl der Entbindungsklinik) abgeleitet werden.
Vielen werdenden Eltern hilft der Ultraschall, die Beziehung zu ihrem ungeborenen Kind zu vertiefen. Ein unauffälliger Organultraschallbefund bringt ihnen zudem Sicherheit und Beruhigung für den weiteren Schwangerschaftsverlauf.
Jede vorgeburtliche Untersuchung kann aber auch unerwartete Auffälligkeiten ergeben und Sie vor die Entscheidung über weitere Untersuchungen und Konsequenzen stellen.
Viele Eltern, bei deren Kind eine Erkrankung oder Fehlbildung festgestellt wurde, finden z. B. in Selbsthilfegruppen oder bei psychosozialen Beratungsstellen eine wichtige Unterstützung.
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