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Vorsorge | Babys Schlaf 26.07.2010

Mutter streichelt ihr Baby

­Wenn ein Kind in der Bauchlage zum Schlafen gelegt wird, steigt das Risiko des Plötzlichen Kindstodes je nach Studie um das Sieben- bis Vierzehnfache an.

Nach Aufklärung der Öffentlichkeit durch entsprechende SID-Präventionskampagnen ist in den letzten fünfzehn Jahren der Anteil der in Bauchlage schlafenden Kinder in Deutschland drastisch zurückgegangen.

Es konnte in zahlreichen weiteren wissenschaftlichen Arbeiten belegt werden, dass auch die Seitenlage im Vergleich zur Rückenlage ein zwei- bis sechsfach erhöhtes Risiko für den Plötzlichen Säuglingstod bedeutet.

Das ist den meisten Eltern nicht bekannt. Sie neigen aus Angst vor Verschlucken von nachträglich hochgebrachter Nahrung bei einem sogenannten “Bäuerchen” eher dazu, ihr Kind statt in Rückenlage in Seitenlage schlafen zu legen, erst recht, wenn es zum gastro-ösophagealen Reflux neigt (GÖR = Hochsteigen von Mageninhalt in die Speiseröhre infolge einer Schwäche des Mageneingangsmuskels).

Unabhängig voneinander erhöhen jedoch sowohl GÖR wie Seitenlage oder auch Bauchlage das SID-Risiko. Umfangreiche Erhebungen nach Einführung der Rückenlage als Regelschlafposition haben jedoch gezeigt, dass es nach den “Back to sleep”-Kampagnen nicht zu einem Anstieg der Todesfälle kam, die auf Ersticken durch Einatmen von Nahrung in die Lunge zurückzuführen waren. Die Rückenlage führt also nicht zu einem erhöhten Erstickungsrisiko, was sich mit drei Aspekten erklären lässt:

  • In der Rückenlage liegt die Speiseröhre unterhalb der Luftröhre, so dass die Wahrscheinlichkeit des Rückflusses von Nahrung eher in die Speiseröhre als in die Luftröhre erfolgen wird.
  • Das Kind lässt sein Köpfchen im Schlaf nicht gerade in der Mitte liegen, sondern es liegt entspannt leicht seitlich geneigt.
  • Auch im Schlaf hat das Kind als reifes Neugeborenes bereits vom ersten Tag an entsprechende Schutzreflexe, wodurch ein Hustenreiz oder sogar ein Weckreiz ausgelöst wird, wenn Nahrung in den Kehlkopfbereich gelangt.

Im Wachzustand und unter Aufsicht soll das Baby auch auf den Bauch gelegt werden, damit es seine Nacken-, Brustkorb- und Schultermuskulatur trainieren kann und damit leichter krabbeln und laufen lernt.

Die Seitenlage ist eine sehr instabile Lage, aus der sich die Kinder schon sehr früh, zum Teil schon in den ersten vier Wochen, in eine andere Schlafposition zufällig rollend bewegen, erst recht, wenn sie durch ein zusammengerolltes Tuch oder Ähnliches im Rücken “stabilisiert” werden.

Daher sollten Eltern Folgendes unbedingt beachten:

  • Das Kind so lange wie irgend möglich in der Rückenlage schlafen lassen.
  • Auch die Seitenlage zum Schlafen für das Kind vermeiden.
  • Auch bei unruhigen oder Reflux-Kindern die Rückenlage als Schlafposition einhalten.
  • Im wachen Zustand das Kind unter Aufsicht in Bauchlage legen, damit es seine Nacken- und Ärmchenmuskulatur trainieren kann.

Tags: Schlafen, Husten, Bauchlage, Krabbeln, Plötzlicher Kindstod, Bäuerchen, Risikofaktoren, Vorsorge, Babys Schlaf

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